Pressemitteilung Gemeindeversammlung vom 3. Juni 2026
Viele Informationen und ein klares Bekenntnis zur Grundlagenerarbeitung für eine mögliche Fusion mit Brienz und Schwanden
Florens Ressort
Die 78 Stimmbürger konnten aus erster Hand Informationen von Miriam Malzkeit, Geschäftsleiterin des Florens Ressort erhalten. Anhand von Bildern erklärte sie den Versammlungsteilnehmern den Stand der Arbeiten. Auch konnte sie bekanntgeben, dass ein Hotelbetreiber gewonnen werden konnte. Eine Vorabklärung ist im Bauverfahren für vier Personalhäuser auf einer Liegenschaft ausserhalb des Areals, an der Derflistrasse. Diese Information konnte einem Fragesteller als Antwort gegeben werden, wo denn die einmal 80 Arbeitenden auf dem Areal ihre Wohnungen haben sollen. Kritische Bemerkungen und Stimmen aus der Versammlung zeigten auf, dass das jahrelange Warten auf die Fertigstellung des Areals eine Skepsis in der Bürgerschaft ausgelöst hat. Wie schon während der ganzen Versammlung war aber zu spüren und auch vom Besonderen Verwalter André Chevrolet öfter betont, dass der Blick in der Gemeinde Oberried nach vorne gerichtet werden soll und wird, ganz nach Sprichwort «Schau nicht zurück, denn dort liegt die Vergangenheit, schau nach vorne, denn dort liegt die Zukunft».
Gefahrenkarte
Seit Anfang Jahr liegt für die Gemeinde Oberried die revidierte Naturgefahrenkarte vor. Die neue Gefahrenkarte zeigt flächig erhebliche und mittlere Gefährdungen (rote und blaue Gefahrenstufen) im Siedlungsgebiet. An einigen Stellen kam es zu deutlichen Verschärfungen gegenüber der bisherigen Gefahrenkarte.
Für die Gemeinde führt diese revidierte Gefahrenkarte zu grossen Herausforderungen in der Kommunikation, dem Naturgefahrenmanagement und in der raumplanerischen Umsetzung. Der Handlungsbedarf wird seitens der Gemeindebehörden und der Schwellenkorporationen als gross und sehr dringend beurteilt. So rasch als möglich sollen Massnahmen geprüft werden, welche die Gefährdungen reduzieren.
Die kantonalen Behörden, das Amt für Wald und Naturgefahren (AWN) und das Tiefbauamt des Kantons Bern (OIK) haben der Gemeinde an einer Sitzung die nächsten Schritte erläutert. Als erster Schritt ist eine Priorisierung der zu bearbeitenden Gefahrenstellen aufgrund der vorhandenen Personenrisiken nötig. Dazu muss ermittelt werden, von welchen Prozessquellen und Gefah-renprozessen welche Personenrisiken ausgehen.
Für die Gemeinde Oberried wird eine Priorisierung des Handlungsbedarfs erstellt. Die Methodik lehnt sich an die Umsetzungsstrategie des Kantons Bern an. Aufgrund der hohen Aufwände für die detaillierte Berechnung der Personenrisiken wurde an der Sitzung von Gemeinde, AWN, OIK, Impuls und geo7 ein vereinfachtes Vorgehen definiert.
Die Besondere Verwaltung informiert, dass die Risikoanalyse in Auftrag gegeben wird. Ziel muss es schlussendlich sein, etwaige Schutzprojekte zu realisieren, damit ein Grossteil der Gebäude von der roten oder blauen Gefahrenstufe, von erheblich bis mittlere, in eine weniger gefährdete Gefahrenstufe katalogisiert werden können.
Personalsituation
Es fehlt an allen Ecken und Enden. Obwohl Stellenausschreibungen vorgenommen wurden, sind die Stellen des Werkmeister-Stellvertreters und des/r Gemeindeschreiber:in noch nicht besetzt.
Für die Werkmeisterarbeiten wird eine nochmalige Stellenausschreibung erfolgen, für die kurzfristige Besetzung des/r Gemeindeschreiber:in wird, wie schon die Arbeiten der Finanzverwaltung ausgelagert an die Firma Finances publiques.
Gemeinderechnung 2025
Der Gesamthaushalt schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 84'380 Franken ab. Budgetiert waren rund 270'800 Franken. Der Bilanzüberschuss von rund 2.04 Millionen Franken entspricht rund 33 Steuerzehnteln. Die finanzpolitischen Reserven von rund 730'000 Franken entsprechen weiteren 11 Steuerzehnteln.
Die Stimmbürger genehmigten die Gemeinderechnung 2025 einstimmig und nahmen Kenntnis der Nachkredite.
Vornahme von Fusionsverhandlungen
Nach der Informationsveranstaltung durch die drei Gemeinden Brienz, Oberried und Schwanden im Mai, wo zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus allen drei Gemeinden teilnahmen, war die Information für die Fusionsabklärungen beinahe eine Wiederholung. In der eröffneten Diskussionsrunde zeigte sich, dass die Meinungen eigentlich bereits gemacht waren. In der Schlussabstimmung kam dies deutlich zum Ausdruck. Mit 75 Ja-Stimmen zu 2-Nein-Stimmen beschloss der Souverän von Oberried, die Fusionsverhandlungen mit den Nachbargemeinden Brienz und Schwanden aufzunehmen und den Abklärungsvertrag abzuschliessen. Der Bruttokredit von total 185'000 Franken wurde genehmigt (Gemeindeanteil Oberried voraussichtlich 35'000 Franken).
Reglement für die Erhebung einer Konzessionsabgabe Stromversorgung
Den Stimmbürger wurde ein neues Reglement zur Genehmigung unterbreitet. Die Gemischte Gemeinde Oberried/Br.see möchte einen Konzessionsvertrag mit dem Energieversorger abschliessen. Für die Nutzung des öffentlichen Grundes soll eine Abgabe erhoben werden. Die Abgabe soll 1.5 Rappen/kWh betragen. Median würde dies die Haushalte in Oberried mit rund 66 Franken jährlich belasten.
Offen wurde auch darüber informiert, dass mit den zusätzlichen Einnahmen, die ab 2028 fliessen würden, ein Teil der Einnahmen der Genossenschaft Dorfladen zugewiesen würden. Durch den geplanten Umbau des Bahnhofgebäudes erhöhen sich die Mietzinskosten für den Dorfladen massiv.
In der Diskussion wurde auch bekannt gegeben, dass die Besondere Verwaltung davon ausgeht, ca. 20'000 Franken jährlich an die Genossenschaft zur Erhaltung des Dorfladens beizusteuern. Sollte der Dorfladen so wirtschaften, dass keine Gelder benötigt werden, erfolgt selbstverständlich kein Zuschuss.
In der längeren Diskussion wurde eingeworfen, ob man im Reglement nicht eine Zweckbestimmung einfügen sollte, um so klar abzugrenzen, für welche Zwecke die Gelder verwendet werden dürfen. Auch wurde der Antrag gestellt, das Geschäft zurückzustellen, bis eine allfällige Fusion vollzogen ist.
In den folgenden Abstimmungen mit Unterantrag und Schlussabstimmung beschloss die Versammlung schliesslich mit 65 Ja-Stimmen zu 5 Nein-Stimmen, das Reglement für die Erhebung einer Konzessionsabgabe Stromversorgung anzunehmen, ohne Zweckbestimmung.
Der Besondere Verwalter konnte die konstruktive Versammlung mit besten Dank an die Stimmbürger und Stimmbürgerinnen und auch an die zahlreichen Freiwilligen, die in irgendeiner Form Dienste leisten für die Öffentlichkeit, um 22.45 Uhr schliessen.
Besondere Verwaltung Oberried
André Chevrolet
Besonderer Verwalter